Lesungen und Erfahrungsberichte von Jugendlichen unter Leitung von Jutta Behrendt
Seit 1991 bemühen sich Schüler und Lehrer der Alfred-Adler-Schule und Mitarbeiter aus der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Rheinischen Kliniken – Kliniken der Heinrich-Heine-Universität für Psychiatrie und Psychotherapie – in Düsseldorf, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit Vorurteile gegenüber psychisch Kranken und der Psychiatrie abzubauen.
Durch dieses Engagement sind unter anderem die regelmäßig erscheinende Zeitschrift KLAPSE sowie die Bücher
- „Wenn die Seele überläuft“ von Knopp/Napp, Psychiatrie-Verlag
- „Reif für die Klapse?“ von Knopp/Napp, Fischer-Verlag
- „Irrwege, eigene Wege“ von Knopp/Heubach, Psychiatrie-Verlag und
- „Total durchgeknallt“ von Knopp/Ott, Psychiatrie-Verlag.
entstanden.
Außerdem Entwicklung einer Antistigmagruppe in Kooperation mit dem Marie-Curie-Gymnasium Düsseldorf, Entstehung der Zeitschrift „Maske“ in Koordination mit der Uni-Klinik Düsseldorf und der Alfred-Adler-Schule – ein Forum für chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche und deren Eltern, sonstige Angehörige, Lehrer, Betreuer und Behandler.
In allen Veröffentlichungen schreiben sich die Jugendlichen Frust, Leid und Verletzungen von der Seele. Aber nicht nur das, sie beschreiben damit auch den Weg, der in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie führen kann, informieren anschaulich und verständlich über (seelische) Krankheiten und leisten wertvolle Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen und trotz „Klapse“ akzeptiert zu werden. Sie machen ängstlichen, verzweifelten Menschen Mut, sich helfen zu lassen, und beschreiben auch kritisch ihre Eindrücke von dem Aufenthalt in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie wollen nicht werben, sondern aufklären, aber auch Verständnis wecken für die Situation verletzter und verletzlicher Menschen und vor allem Mut machen, Hilfe zu suchen und anzunehmen.
Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Stärke, die auf ein neues Terrain führt. Bei alledem geht es nicht ums Jammern oder Mitleidschinden, auch nicht darum, irgendeine Leidensgeschichte voyeuristisch darzustellen, sondern aufzuzeigen, dass es jeden treffen kann. Die Einbeziehung der Betroffenen kann die Ängste vor diesem Bereich verringern und signifikant verändern, denn nichts verändert so sehr die Sicht wie das direkte persönliche Gespräch.
Die Lesungen und Veröffentlichungen tragen auch im Rahmen von „Schizophrenie – open the doors“, dem weltweiten Programm gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung schizophren erkrankter Menschen, zu einer intensiven Aufklärung der Öffentlichkeit über Schizophrenie und psychische Krankheiten allgemein bei.
Jutta Behrendt