"Seelenwelten" - Programm
Ich knall euch ab
Theaterstück von Felix Huby und Boris Pfeiffer
Projekt des Gymnasiums Vogelsang in Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater Leverkusen
Aufführungstermin:
11., 12. und 13.
Januar 2007
19.00 Uhr
Schulzentrum Vogelsang
Aula
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Ich knall euch ab erzählt die fiktive Geschichte eines Schüler-Amoklaufes an einer amerikanischen High-School, wie sie sich schon mehrfach ähnlich abgespielt hat, mittlerweile auch an deutschen Schulen.
Gedenkfeier in der Schule: Zwei Schüler, Ben und Gerri, stürmten bewaffnet das Schulfest in der Turnhalle. In letzter Sekunde wurde ein Amoklauf der beiden verhindert. Dennoch endete die Aktion tragisch. – Schüler, Angehörige und Lehrer versammeln sich nun am Ort des Amoklaufs. Ein Neuanfang für alle. Auch Alice und Roy, zwei Freunde der Täter, sind dabei. Aber sie interessiert nicht der Neuanfang, sondern die Frage, wie es zu diesem Gewaltausbruch kam. Sie fragen nach. Doch die zaghaften Versuche, einen Weg aus der Sprachlosigkeit zu finden, werden von anderen torpediert: Die Mehrheit der Schulgemeinschaft versucht, das Erlebte zu verdrängen und weiterzumachen wie bisher. So kommt es zu einer dramatischen Zuspitzung der Ereignisse.
Das Theaterstück beruht auf dem gleichnamigen Buch des Amerikaners Todd Strasser, der unter dem Namen Morton Rhue mit seinem Jugendbestseller "Die Welle" berühmt wurde. Mit seinem neuen Buch "Ich knall Euch ab" taucht er erneut ein in die Gefühls- und Gedankenwelt von Jugendlichen. Entstanden ist so eine fiktive Dokumentation, deren Basis die zahlreichen Amokläufe an Schulen in den USA in den 90er Jahren sind, allen voran der zweier Schüler an der Columbine High-School in Littleton 1999.
Todd Strasser ging diesem Phänomen nach. "Ich dachte, dafür muss es einen Grund geben, etwas, was die Kids dazu treibt. Sie gehen nicht zu McDonald’s, sie gehen nicht zum Strand und schießen oder in den Park. Sie gehen immer in ihre eigene Schule und eröffnen dort das Feuer." Unmittelbarer als jede wissenschaftliche Analyse nähert sich Strasser den jugendlichen Lebens- und Vorstellungswelten. Diese beinhalten Kämpfe, die aus der Perspektive der Jugendlichen oft Kämpfe um Leben und Tod sind. Er zeigt strukturelle Gewalt auf, vor der keine noch so heile Welt gefeit ist: "Hätten die Leute im Fall Columbine bei diesen Jungs sensibler darauf reagiert, wie sie gehänselt wurden und wie auf ihnen herumgehackt wurde, vielleicht hätten sie dann nicht zu den Waffen gegriffen", so Strassers Einschätzung.
Eine Schülergruppe des Gymnasiums Vogelsang erarbeitet das Stück mit den Regisseuren Bernd Vossen und Markus Höller vom Jungen Theater Leverkusen. Die Aufführung ist für Januar 2007 vorgesehen.